BIOGRAFIE / ÜBER MICH
Bastian Zimmermann.
Kurator · Dramaturg · Herausgeber · Verleger · Musikpublizist
München
Profil
Bastian Zimmermann (*1985 in Weilburg/Lahn) ist Kurator, Dramaturg, Herausgeber, Verleger und Musikpublizist. Er lebt in München und arbeitet an der Schnittstelle von zeitgenössischer Musik, Performance, Musiktheater, Klangkunst und institutioneller Projektentwicklung. In seiner Praxis verbindet er die Entwicklung künstlerischer Formate mit publizistischer Reflexion, interdisziplinärer Zusammenarbeit und dem Aufbau nachhaltiger Produktionsstrukturen. Besonders interessieren ihn Situationen, in denen Musik Räume, soziale Beziehungen und Formen des Zuhörens verändert.
Studium und Forschung
Von 2006 bis 2011 studierte Zimmermann Musikwissenschaft und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Schwerpunkte waren Neue Musik, Klangkunst, populäre Musik, Musikpsychologie, ästhetische Theorie und Ethik. 2011 schloss er das Studium mit dem Magister Artium ab; seine Abschlussarbeit behandelte das Verhältnis von populärer Musik und Ästhetik. Von 2016 bis 2018 verfolgte er an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Dr. Dörte Schmidt ein Promotionsprojekt zum Privatarchiv des Musikers und Künstlers Sven-Åke Johansson. 2017 und 2018 wurde das Vorhaben durch ein Elsa-Neumann-Promotionsstipendium des Landes Berlin unterstützt. Eine Promotion wurde nicht abgeschlossen; Zimmermann konzentrierte sich anschließend auf seine künstlerisch-kuratorische Praxis.
Kuration und künstlerische Leitung
Seit 2022 leitet Zimmermann gemeinsam mit Laure M. Hiendl das Festival Musik Installationen Nürnberg, das Musik als performative Raumkunst in unterschiedlichen städtischen Situationen erfahrbar macht. Nach der ersten Ausgabe 2022 fand 2025 die zweite Ausgabe statt. Zimmermann ist an Programm, Kooperationen, Finanzierung und Produktionsstruktur beteiligt. 2026 gründete und kuratierte er die Münchner Convention Untwelving für mikrotonale und xenharmonische Musik mit – mit Konzerten, Vorträgen, Workshops und internationalen Gästen an den Münchner Kammerspielen und im FatCat. Seit 2018 verantwortet er zudem die Reihe Music for Hotel Bars, die das musikalische Potenzial sozialer Räume untersucht. Frühere kuratorische Stationen umfassen die Frankfurter Konzertreihe FERNBEZIEHUNG, CARTE BLANCHE in den Literaturhäusern des Rhein-Main-Gebiets und Ich, Musiker 2.0 in den Naxoshallen Frankfurt. 2026 war er Resident Curator am Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München.
Dramaturgie und eigene Arbeiten
Als Dramaturg entwickelt Zimmermann Projekte mit Ensembles, Komponist*innen, Regisseur*innen und Künstler*innen verschiedener Disziplinen. Seit 2014 arbeitet er kontinuierlich mit dem Solistenensemble Kaleidoskop zusammen. Zu seinen Produktionen zählen BLACK HOLE (Sophiensæle Berlin, 2016), Fucking Disabled (PATHOS München, 2017), About a session (AT) (Münchner Kammerspiele, 2018), I’d rather sink (Berghain Berlin, 2019), Un Renversement – von Don Giovanni (2021), Terroir (Berlin, 2024) und Der Ozean (Ballhaus Ost, 2025). Gemeinsam mit Neo Hülcker realisierte er 2021 Das Musikgeschäft, ein installatives Musiktheater mit Teleshopping. 2024 war er an der Realisation des Heavy-Metal-Rituals Sacrificial G.O.A.T. beteiligt. Mit Benjamin van Bebber entstanden die Filme An der Grenze des Fruchtlandes (2008) und Der große, vergängliche Haut-Film (2012).
Publizistik und Verlag
Seit 2018 gibt Zimmermann die 1988 gegründete Zeitschrift Positionen – Texte zur aktuellen Musik heraus. Bis 2026 war er auch redaktionell tätig, seit 2026 ist er als Verleger verantwortlich. Zur Arbeit gehören Themenentwicklung, Autor*innenbetreuung, Ausgabeplanung, Diskursveranstaltungen und institutionelle Kooperationen. Als freier Autor publiziert er seit 2011 Essays, Interviews und Kritiken unter anderem in MusikTexte, Dissonance, Positionen, der Neuen Zeitschrift für Musik, VAN, nmz und Zeit Online. Er produziert Rundfunkbeiträge für SWR und Deutschlandfunk und schrieb über mehrere Jahre im Blog der Donaueschinger Musiktage. Zu den Buchprojekten zählen Ab Goldap – Rüdiger Carl im Gespräch (2014) und Sven-Åke Johansson: Dynamische Schwingungen (2021).
Lehre und Zusammenarbeit mit Hochschulen
Zimmermann gibt seit 2018 Workshops und Seminare zu Musikpublizistik, zur Beschreibung eigener künstlerischer Arbeit und zu Präsentationsformen zeitgenössischer Musik, unter anderem bei KLANGZEITORT Berlin, mit dem Lucilin Ensemble in Luxemburg und im Kontext einer Masterclass an der Universität Bozen. 2013 lehrte er am Institut für Musikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt das Seminar Musizieren – ein blinder Fleck der Musikwissenschaft? Für die Musik Installationen Nürnberg 2025 konzipierte er einen mehrtägigen Campus mit Beteiligten aus acht Hochschulen und Universitäten. Auch Untwelving verknüpfte 2026 etablierte und jüngere künstlerische Positionen mit studentischen Formaten.
Projektentwicklung und Förderung
Neben Konzeption und künstlerischer Leitung verantwortet Zimmermann die Entwicklung, Finanzierung und organisatorische Umsetzung komplexer Kulturprojekte. Seit 2015 berät er Ensembles, Künstler*innen und Institutionen bei Förderrecherche, Antragstexten und konzeptioneller Schärfung. In eigenen Vorhaben arbeitet er mit öffentlichen Förderinstitutionen und Stiftungen zusammen, darunter die Kulturstiftung des Bundes, der Musikfonds und die Ernst von Siemens Musikstiftung. Seine Erfahrung reicht von internationalen Partnerschaften über Kosten- und Finanzierungspläne bis zur Zusammenarbeit mit Produktion, Verwaltung und Buchhaltung.